Hintergrund und Vorarbeiten

Das Land Nordrhein-Westfalen hat in den vergangenen Jahren unterschiedliche E-Learning-Projekte an den öffentlichen Hochschulen des Landes gefördert. Der Schwerpunkt lag dabei auf Vorhaben, die über einzelne Hochschulen hinaus Wirkung erzielen sollten. Beispiele dafür sind die Projekte eAssessment NRW (2014-2017), E-Learning NRW (2008-2019) und Studiport (2016-2020). Die landesgeförderten Vorhaben existierten in der Vergangenheit weitgehend unabhängig voneinander. Zwar waren in allen Fällen die Hochschulen des Landes NRW Adressatinnen der Projekte und als Fördermittelgeber fungierte stets das Wissenschaftsministerium des Landes. Dennoch gab es weder einen institutionalisierten Austausch noch eine gemeinsame Governance oder eine gemeinsame Außendarstellung der Projekte. Aus Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer an den Hochschulen war dieser Zustand nicht zufriedenstellend: So mussten beispielsweise Lehrende, die sich für E-Learning interessieren, über unterschiedliche, unverbundene Internetseiten die Gesamtheit der an sie gerichteten Angebote selbst finden. Zudem wurden mögliche Synergieeffekte kaum genutzt.

Ende des Jahres 2016 wurde die Digitale Hochschule NRW (DH.NRW) mit dem übergeordneten Ziel gegründet, die digitalisierungsbezogenen Aktivitäten der NRW-Hochschulen zu vernetzen, zu koordinieren und zu fördern. Seitdem hat die Zahl der Kooperationsprojekte im E-Learning weiter zugenommen. Durch den Aufbau des Online-Landesportals soll nun die Bündelung dieser vielfältigen Aktivitäten erreicht werden, damit die Angebote für Lehrende und Studierende leichter auffindbar und nutzbar werden und zugleich die Gesamtheit der Initiativen für alle Interessierten sichtbar wird.

Vorprojekte

In Rahmen eines Vorprojekts „Online-Landesportal für Studium und Lehre“ – Arbeitstitel Heureka.nrw  – unter dem Dach der DH.NRW (12.2018 – 11.2019) wurde ein Umsetzungskonzept für ein NRW-weites Portal, in dem bisherige landesgeförderte E-Learning-Projekte zusammengeführt und sichtbar gemacht werden, entwickelt. Grundlage waren Bedarfserhebungen in den Universitäten, Fach- sowie Kunst- und Musikhochschulen in NRW sowie Gespräche mit Expert*innen aus ähnlichen Projekten anderer Bundesländer. Aus Sicht der Befragten war ein Landesportal dann lohnend, wenn es die Sichtbarkeit von E-Learning-Aktivitäten erhöhen, die hochschulübergreifende Zusammenarbeit stärken und vor Ort in den Hochschulen Wirksamkeit entfalten würde. Auf dem Landesportal sollten nach Ansicht der Befragten Informationen, Services und in NRW entwickelte Lehr-Lernmaterialien für Studierende und Lehrende verfügbar sein.

Für die Bereitstellung dieser Lehr-Lernmaterialien auf dem Landesportal wurde parallel zum Vorprojekt Heureka.nrw ein zweites Vorprojekt Content-Marktplatz NRW durchgeführt, das (als ein Element des zukünftigen Landesportals) ein Konzept für einen sogenannten „Content-Marktplatz“ entwickelte. Gesucht wurde eine Struktur, über die zwischen den Hochschulen frei lizenziertes und veränderbares Lehr- und Lernmaterial ausgetauscht werden kann (sog. Open Educational Resources = OER). Das Konsortium für dieses Vorprojekt bestand aus der Universität Duisburg-Essen (Konsortialführung), der Universität Paderborn, der Technischen Hochschule Köln sowie dem Hochschulbibliothekszentrum NRW (hbz) in Köln.

Die Erkenntnisse beider Vorprojekte fließen zusammen in den Aufbau des Landesportals ORCA.nrw ein.